Therapieresistente Hautpilze: Ein wachsendes Problem im Praxisalltag

Seborrhoische Dermatitis oder Hautpilzinfektion an der Kopfhaut einer südostasiatischen, erwachsenen Patientin aus Myanmar.
© iStock / Zay Nyi Nyi

Auf einen Blick:

  • Trichophyton indotineae kann sehr unterschiedliche Hautbilder verursachen und typische Dermatophyteninfektionen imitieren oder verschleiern.
  • Resistenzen, insbesondere gegen Terbinafin, machen Diagnostik und Therapie anspruchsvoller und erfordern erhöhte Aufmerksamkeit im Praxisalltag.

Wenn Pilzinfektionen nicht ins Lehrbuch passen

Ringförmige Rötungen, schuppende Hautveränderungen und Juckreiz – viele Dermatophyteninfektionen folgen einem vertrauten klinischen Muster. Doch nicht jede Pilzinfektion präsentiert sich so eindeutig. Manche Befunde erinnern eher an ein Ekzem, andere an eine Psoriasis oder entzündliche Dermatosen. Dadurch können Diagnostik und Therapie zur Herausforderung werden. Genau solche ungewöhnlichen Verläufe rücken zunehmend in den Fokus der medizinischen Mykologie. Denn hinter vermeintlich bekannten Hautveränderungen können sich Erreger verbergen, die sich klinisch erstaunlich wandelbar zeigen und damit die klassische Einordnung erschweren.

Ein Erreger mit vielen Gesichtern

Besondere Aufmerksamkeit gilt derzeit Trichophyton indotineae. Der Dermatophyt wurde zunächst vor allem auf dem indischen Subkontinent beschrieben, wird inzwischen jedoch auch in Europa und Deutschland nachgewiesen. Auffällig ist dabei weniger ein einzelnes charakteristisches Krankheitsbild als vielmehr die Vielfalt möglicher Erscheinungsformen. Die Infektionen können ausgedehnt verlaufen, stark entzündlich sein oder klinisch an andere Hauterkrankungen erinnern. Nicht selten zeigen sich atypische Befunde, die zunächst in eine andere diagnostische Richtung weisen. Genau diese Wandlungsfähigkeit spiegelt sich auch in der Bezeichnung des Erregers als „therapieresistenter Gestaltungskünstler“ wider. Für die Praxis bedeutet dies, dass selbst vermeintlich eindeutige Hautveränderungen gelegentlich neu bewertet werden müssen – insbesondere dann, wenn der klinische Verlauf nicht den Erwartungen entspricht.

Wenn die Diagnose zur Detektivarbeit wird

Die klinische Variabilität von T. indotineae verdeutlicht, wie wichtig eine sorgfältige dermatologische Beurteilung bleibt. Denn je stärker ein Erreger etablierte Muster durchbricht, desto größer wird die Gefahr von Fehleinschätzungen und verzögerten Diagnosen. Gerade bei ausgedehnten, ungewöhnlich entzündlichen oder wiederkehrenden Dermatophytosen kann es erforderlich sein, die ursprüngliche Verdachtsdiagnose kritisch zu hinterfragen. Die moderne Mykologie gleicht dabei nicht selten einer detektivischen Spurensuche, bei der klinische Erfahrung, differenzialdiagnostisches Denken und geeignete Untersuchungsverfahren zusammenkommen.

Wenn bewährte Therapien nicht den erwarteten Erfolg bringen

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält Trichophyton indotineae durch seine verminderte Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Antimykotika. Besonders im Fokus stehen Resistenzen gegen Terbinafin, einen der wichtigsten Wirkstoffe zur Behandlung von Dermatophyteninfektionen. Für Betroffene kann dies bedeuten, dass sich Hautveränderungen trotz angemessener Therapie nur unzureichend zurückbilden oder erneut auftreten. Therapieversagen sollte deshalb nicht vorschnell ausschließlich auf mangelnde Therapietreue oder eine zu kurze Behandlungsdauer zurückgeführt werden. Vielmehr können auch Eigenschaften des Erregers selbst eine Rolle spielen.

Neue Herausforderungen für die Dermatologie

Die zunehmende Verbreitung von Trichophyton indotineae verdeutlicht, wie dynamisch sich die medizinische Mykologie entwickelt. Welche Herausforderungen sich daraus für Diagnostik und Therapie ergeben und warum dieser „Gestaltungskünstler“ besondere Aufmerksamkeit verdient, wird beim CME-zertifizierten Online-Dermatologiekongress „Vulkan Haut – Ent-Zündungen des Integuments in Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter“ diskutiert. Prof. Dr. Pietro Nenoff beleuchtet in seinem Vortrag aktuelle Entwicklungen in der Diagnostik und Therapie kutaner Pilzinfektionen sowie den Stellenwert moderner PCR-Verfahren und den Umgang mit Therapieresistenzen.

FAQ: Häufige Fragen

Was ist Trichophyton indotineae?

Trichophyton indotineae ist ein Dermatophyt, der zunächst vor allem auf dem indischen Subkontinent beschrieben wurde. Inzwischen wird der Erreger auch in Europa und Deutschland nachgewiesen und kann sehr unterschiedliche Hautbilder verursachen.

Welche Symptome kann eine Infektion auslösen?

Typische Anzeichen sind ringförmige Rötungen, schuppende Hautveränderungen und Juckreiz. Möglich sind jedoch auch ausgedehnte oder stark entzündliche Verläufe, die an ein Ekzem, eine Psoriasis oder andere Hauterkrankungen erinnern.

Warum kann die Behandlung schwierig sein?

Eine Herausforderung sind Resistenzen beziehungsweise eine verminderte Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Antimykotika. Besonders relevant ist die mögliche Terbinafin-Resistenz, durch die sich Hautveränderungen trotz einer angemessenen Behandlung nur langsam zurückbilden oder erneut auftreten können.

Wann sollte die Diagnose überprüft werden?

Bei ungewöhnlichen, ausgedehnten oder wiederkehrenden Hautveränderungen sowie bei ausbleibendem Therapieerfolg sollte die ursprüngliche Diagnose kritisch hinterfragt werden. Eine dermatologische Untersuchung und geeignete mykologische Diagnostik, gegebenenfalls mit modernen PCR-Verfahren, können bei der weiteren Abklärung helfen.

Dieser Text enthält KI-generierte Inhalte. Sämtliche Inhalte wurden fachlich geprüft und bei Bedarf überarbeitet.

Quellen:

  1. Müller VL, Nenoff P, Uhrlaß S et al. Trichophyton indotineae, ein therapieresistenter Gestaltungskünstler. Dermatologie. 2025.
  2. Uhrlaß S, Panzer R, Koch D et al. Trichophyton mentagrophytes ITS Genotyp VIII/Trichophyton indotineae in Deutschland – Neubewertung nach 5 Jahren. Dermatologie. 2025.
  3. Müller VL, Nenoff P, Mayser P. Mehr aus der Welt der Pilzinfektionen. Dermatologie. 2025;66:421–422.
  4. Deutsche Dermatologische Akademie (DDA). Curriculum Mykologie – Diagnostik und Therapie von Dermatomykosen. 2024.

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Bepanthen® Pflichttext

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Kontakt mit Auge, Ohr und Schleimhaut ist zu vermeiden.

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Überempfindlichkeit gegen Methyl-4-hydroxybenzoat oder Propyl-4-hydroxybenzoat.

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Erkrankungen des Immunsystems und Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

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Erkrankungen des Immunsystems und Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

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