Radiofrequenz-Microneedling im 3D-Hautmodell: Einfluss einer dexpanthenolhaltigen Nachbehandlung auf die Wundheilung

Ein Mann unterzieht sich in einer Schönheitsklinik einer hydrofazialen Vakuum-Gesichtsreinigung, Verjüngung und Feuchtigkeitsbehandlung. Beauty- und Jugendkonzept
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Minimalinvasive Verfahren wie das Radiofrequenz-Microneedling (RFMN) sind heute ein fester Bestandteil der ästhetischen Dermatologie. Neben der gezielten Stimulation der Kollagenneubildung rückt zunehmend auch die Nachbehandlung in den Fokus, da sie den Heilungsverlauf und die Regeneration der Haut wesentlich beeinflussen kann. Eine aktuelle Studie an humanen 3D-Hautmodellen liefert erstmals detaillierte Einblicke in die molekularen Wundheilungsprozesse nach RFMN und untersucht den Einfluss einer dexpanthenolhaltigen Nachsorge auf die postinterventionelle Hautregeneration. (1)

Beim RFMN erzeugen feine Nadeln kontrollierte Mikroverletzungen, die durch zusätzliche Radiofrequenzenergie thermisch verstärkt werden. Im Gegensatz zu ablativen Verfahren bleibt die epidermale Struktur dabei weitgehend intakt, während in der Dermis gezielt thermische Koagulationszonen entstehen. (1) Diese initiieren physiologische Wundheilungsprozesse, die klassischerweise in Entzündungs-, Proliferations- und Remodellingphase unterteilt werden. (2)

Zur Untersuchung dieser Prozesse werden zunehmend humane 3D-Hautmodelle eingesetzt. Sie bilden die mehrschichtige Architektur sowie zentrale funktionelle Eigenschaften der menschlichen Haut realitätsnah ab und ermöglichen die Analyse histologischer sowie molekularer Veränderungen unter standardisierten Bedingungen. (2,3) In der vorliegenden Studie wurde ein solches Modell mittels RFMN behandelt und anschließend mit beziehungsweise ohne dexpanthenolhaltige Nachsorge untersucht; eingesetzt wurde dabei Bepanthen® Wund- und Heilsalbe. Die Analyse erfolgte auf histologischer, genomischer und proteomischer Ebene. (1)

Molekulare Wundheilungsprozesse nach RFMN

Die Ergebnisse zeigen, dass RFMN zunächst eine ausgeprägte Entzündungsreaktion auslöst, die mit einer erhöhten Expression verschiedener Zytokine und Chemokine einhergeht. Gleichzeitig wurde eine Herunterregulation zentraler Gene beobachtet, die für die Hautbarriere und Geweberegeneration relevant sind, darunter Filaggrin, Kollagen sowie Matrix-Metalloproteinasen. (1) Dieses Muster entspricht dem bekannten molekularen Profil nach Microneedling-Verfahren, bei denen die initiale Entzündungsreaktion als notwendiger Stimulus für die nachfolgende Gewebereparatur und Kollagensynthese gilt. (4)

Die zusätzliche Nachbehandlung mit Bepanthen® Wund- und Heilsalbe beeinflusste diese Prozesse auf molekularer Ebene. Neben einer weiteren Steigerung entzündungsrelevanter Mediatoren zeigte sich insbesondere eine Reaktivierung von Genen, die für Proliferation und Remodelling erforderlich sind. Hierzu zählen Matrix-Metalloproteinasen (MMP3, MMP8), der vaskuläre endotheliale Wachstumsfaktor A (VEGFA), SERPINE1 sowie Differenzierungsmarker wie LCE1B. (1)

Auch auf histologischer Ebene zeigte sich eine beschleunigte Regeneration der thermisch bedingten Gewebeschäden: Während Koagulationszonen nach RFMN ohne Nachbehandlung auch nach 120 Stunden noch sichtbar waren, waren sie in den dexpanthenolbehandelten Modellen bereits nach 48 Stunden deutlich weniger ausgeprägt. (1)

Klinische Einordnung und Bedeutung für die Nachsorge

Die Ergebnisse ergänzen die bisherige Evidenz zur Bedeutung von Dexpanthenol in der Wundheilung nach ästhetischen Eingriffen. Ein systematischer Review zeigt, dass topisch angewendetes Dexpanthenol die Wundheilung unter anderem durch Förderung der Re-Epithelisierung, Stabilisierung der Hautbarriere sowie Modulation entzündlicher Prozesse unterstützen kann. Zudem wurde gezeigt, dass Dexpanthenol Gene reguliert, die für Wundheilung und epidermale Differenzierung von zentraler Bedeutung sind. (2)

Für die klinische Praxis unterstreichen die Daten die Relevanz einer gezielten Nachsorge nach ästhetischen Verfahren. Insbesondere vor dem Hintergrund steigender Patient:innenerwartungen hinsichtlich kurzer Ausfallzeiten und optimaler Behandlungsergebnisse gewinnen strukturierte und evidenzbasierte Nachsorgekonzepte zunehmend an Bedeutung. Humane 3D-Hautmodelle liefern hierbei wertvolle mechanistische Einblicke und ermöglichen eine differenzierte Bewertung topischer Therapien. (4)

Insgesamt zeigt die Studie, dass eine dexpanthenolhaltige Nachbehandlung die Wundheilung nach Radiofrequenz-Microneedling sowohl auf molekularer als auch auf struktureller Ebene unterstützen kann. Die Nachsorge rückt damit zunehmend als integraler Bestandteil ästhetischer Behandlungen in den Fokus und könnte wesentlich dazu beitragen, Heilungsverlauf und Regenerationsqualität positiv zu beeinflussen.

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Quellen:

  1. Huth S, Marquardt Y, Huth L, Djahed S, Baron JM. Deciphering molecular responses to radiofrequency microneedling in a 3D human skin model: new insights and modulation by aftercare treatment. Front Med. 2026;13:1799214.
  2. Gorski J, Proksch E, Baron JM et al. Dexpanthenol in Wound Healing after Medical and Cosmetic Interventions (Postprocedure Wound Healing). Pharmaceuticals (Basel). 2020;13(7):138. doi:10.3390/ph13070138
  3. Chen S, Wang Q, Ding Y et al. Overview of the available 3D skin models with a focus on cosmetic applications. J Cosmet Sci. 2025;76:225–251.
  4. Weßollek K, Marquardt Y, Wagner-Schiffler S et al. Post-Treatment of Micro-Needling with a Dexpanthenol-Containing Ointment Accelerates Epidermal Wound Healing in Human 3D Skin Models. Clin Cosmet Investig Dermatol. 2023;16:1533–1538. doi:10.2147/CCID.S409310

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Wirkstoffe: Dexpanthenol und Chlorhexidinbis(D-gluconat)

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Wirkstoff: Dexpanthenol

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1g Creme enthält als Wirkstoffe: 5 mg Chlorhexidinbis (D-gluconat), 50 mg Dexpanthenol. Sonstige Bestandteile: Macrogolstearat 1500; Glycerolmonostearat 40-55; Cetomacrogol 1000; Dickflüssiges Paraffin; Cetylstearylalkohol (Ph. Eur.); Dimeticon 1000; Glycerol 85%; Hartparaffin; Hyetellose; Gereinigtes Wasser.

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Bepanthen® ANTISEPTISCHE WUNDCREME darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen Chlorhexidin, Dexpanthenol oder einen der sonstigen Bestandteile.

Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden bei tiefen oder sezernierenden Wunden, Ulcus cruris und unter Verwendung eines Okklusivverbandes.

Kontakt mit Auge, Ohr und Schleimhaut ist zu vermeiden.

Bepanthen® Augen- und Nasensalbe; Bepanthen® Lösung; Bepanthen® Wund- und Heilsalbe darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen Dexpanthenol oder einen der sonstigen Bestandteile.

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Überempfindlichkeit gegen Methyl-4-hydroxybenzoat oder Propyl-4-hydroxybenzoat.

Nebenwirkungen:

Bepanthen® ANTISEPTISCHE WUNDCREME; Bepanthen® Augen- und Nasensalbe; Bepanthen® LÖSUNG; Bepanthen® Wund- und Heilsalbe:

Erkrankungen des Immunsystems und Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Allergischen Hautreaktionen wie z.B. Kontaktdermatitis, allergische Dermatitis, Juckreiz, Rötung, Ekzem, Ausschlag, Nesselsucht, Hautreizung und Bläschen.

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Erkrankungen des Immunsystems und Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Überempfindlichkeit, anaphylaktische Reaktion und anaphylaktischer Schock (potentiell lebensbedrohlich) mit entsprechenden Manifestationen bzgl. Labor und Klinik einschließlich Asthma Syndrom, leichte bis mittelschwere Reaktionen, die potentiell Haut, Atemwege, Magen-Darm-Trakt und Herz-Kreislauf-System beeinflussen, einschließlich Symptomen wie z.B. Ausschlag, Nesselsucht, Ödeme, Juckreiz, Herz- und Atembeschwerden.

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