Acne inversa: Wenn Chirurgie Lebensqualität zurückgeben kann

Arzt und Krankenschwester medizinisches Team führen chirurgische Operationen in der Notaufnahme im Krankenhaus durch.
© iStock / Gumpanat

Auf einen Blick:

  •  Acne inversa beeinträchtigt die Lebensqualität oft weit über die sichtbaren Hautveränderungen hinaus.
  • Tunnel und Narben erfordern häufig chirurgische Maßnahmen, da sie medikamentös nicht rückgängig gemacht werden können.
  • Chirurgie kann nicht nur den Hautbefund, sondern auch Schmerzen und Lebensqualität nachhaltig verbessern.

Eine Erkrankung, die den Alltag mitbestimmt

Wiederkehrende Knoten und Abszesse, Schmerzen und Sekretion: Acne inversa kann nahezu jeden Lebensbereich berühren. Betroffen sind vor allem Körperregionen, in denen Haut auf Haut liegt. Schreitet die Erkrankung fort, können sich Tunnel und Narben bilden – Veränderungen, die nicht einfach wieder verschwinden.  

Die aktuelle europäische S2k-Leitlinie trägt diesem vielschichtigen Krankheitsbild Rechnung. Sie fragt nicht nur, welche Läsionen sichtbar sind, sondern auch: Wie stark sind die Schmerzen? Wie sehr leidet die Lebensqualität? Welche Begleiterkrankungen liegen vor? Und was bedeutet all das für den Alltag des Patienten? Erst aus diesem Gesamtbild ergibt sich, welche Behandlung wirklich passt.

Aktive Entzündung und bleibender Schaden sind nicht dasselbe

Entscheidend ist zunächst, was im Gewebe im Vordergrund steht: eine aktive Entzündung oder ein bereits bleibender Schaden. Wie stark die Entzündung ausgeprägt ist, lässt sich mithilfe des International Hidradenitis Suppurativa Severity Score System (IHS4) einordnen. Haben sich dagegen Tunnel und Narben gebildet, beschreibt das Hurley-Stadium das Ausmaß der dauerhaften Veränderungen. Das ist mehr als eine formale Einteilung, denn daraus ergeben sich unterschiedliche Behandlungswege: Medikamente bremsen vor allem die Entzündung, während chirurgische Verfahren irreversibel geschädigtes Gewebe entfernen können.

Es geht daher nicht um Medikamente oder Operation. Beide Ansätze können sich ergänzen. Je ausgeprägter die bleibenden Gewebeveränderungen sind, desto wichtiger wird die Chirurgie. Aber verändert ein Eingriff auch das, was für Patienten im Alltag zählt?

Nach der Operation verändert sich mehr als der Hautbefund

Was eine Operation über den sichtbaren Hautbefund hinaus bewirken kann, untersuchte eine prospektive Studie mit Dr. Carolin Frost als Koautorin. Eingeschlossen waren 82 Patienten mit moderater bis schwerer Acne inversa im Hurley-Stadium II oder III. Keiner von ihnen hatte zuvor systemische Biologika erhalten; behandelt wurden alle mit einer weiten Exzision.

Die Entwicklung wurde bereits nach drei Monaten sichtbar – und setzte sich weiter fort: Der mittlere Dermatology Life Quality Index sank von 11,7 Punkten vor dem Eingriff auf 8,3 Punkte nach drei und 4,7 Punkte nach sechs Monaten. Je niedriger der Wert, desto geringer die Beeinträchtigung. Von den 73 Patienten mit vollständigen Angaben verbesserte sich der Wert bei mehr als der Hälfte nach sechs Monaten um mindestens fünf Punkte.

Weniger Schmerz, mehr Lebensqualität

Auch die mittlere Schmerzintensität sank auf der numerischen Ratingskala von 3,0 auf 1,1 Punkte. Gleichzeitig ging der modifizierte Hidradenitis Suppurativa Score von 50,3 auf 8,6 Punkte zurück. Schmerz und Erkrankungsschwere hatten sich bereits nach drei Monaten deutlich verringert, während sich die Lebensqualität bis zum Ende der sechsmonatigen Beobachtung weiter verbesserte

Genau darin liegt die besondere Stärke der Studie: Sie betrachtet den Operationserfolg nicht nur aus klinischer Sicht, sondern bezieht auch das Erleben der Patienten ein. Weitere Untersuchungen mit längerer Nachbeobachtung können nun zeigen, wie dauerhaft diese positive Entwicklung ist.

Der beste Plan verbindet beide Seiten

Die Studie stärkt den Blick auf Lebensqualität als eigenständiges Therapieziel. Zugleich bestätigt sie den leitliniengestützten Ansatz: Entzündung und bleibender Gewebeschaden brauchen unterschiedliche, aufeinander abgestimmte Strategien. Im Vortrag von Dr. Carolin Frost beim CME-zertifizierten Online-Dermatologiekongress „Vulkan Haut – Ent-Zündungen des Integuments in Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter“ geht es darum, wie sich medikamentöse Kontrolle, Operationszeitpunkt und chirurgisches Verfahren sinnvoll miteinander verbinden lassen.

FAQ: Häufige Fragen

Was ist Acne inversa und wie beeinträchtigt sie die Lebensqualität?

Acne inversa, auch Hidradenitis suppurativa genannt, ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung. Wiederkehrende Knoten und Abszesse, Schmerzen und Sekretion können den Alltag stark belasten. Im fortgeschrittenen Verlauf entstehen mitunter bleibende Tunnel und Narben.

Wann kommt eine Operation bei Acne inversa infrage?

Eine Operation kann besonders dann wichtig werden, wenn sich dauerhafte Gewebeveränderungen wie Tunnel und Narben gebildet haben. Medikamente können die aktive Entzündung kontrollieren, bereits irreversibel geschädigtes Gewebe aber nicht rückgängig machen. Die Behandlung richtet sich nach Befund, Erkrankungsschwere und individueller Belastung.

Kann eine Operation bei Acne inversa Schmerzen und Lebensqualität verbessern?

Eine prospektive Einzelzentrumsstudie mit 82 Patienten mit moderater bis schwerer Acne inversa untersuchte eine weite Exzision. Nach sechs Monaten waren im Mittel sowohl die Beeinträchtigung der Lebensqualität als auch die Schmerzintensität geringer. Die Ergebnisse sind ermutigend, lassen sich aber nicht als garantierter Behandlungserfolg für jede einzelne Person verstehen.

Wie werden Medikamente und Chirurgie bei Acne inversa kombiniert?

Die Behandlung kann beide Ansätze verbinden: Medikamente zielen vor allem auf die aktive Entzündung, chirurgische Verfahren auf dauerhaft geschädigtes Gewebe. Welche Therapie wann eingesetzt wird, hängt unter anderem von Entzündungsaktivität, Tunnel- und Narbenbildung sowie den Beschwerden ab. Ein individueller Behandlungsplan stimmt diese Maßnahmen aufeinander ab.

Dieser Text enthält KI-generierte Inhalte. Sämtliche Inhalte wurden fachlich geprüft und bei Bedarf überarbeitet.

Quellen:

  1. Ocker L, Abu Rached N, Koller A et al. The Impact of Surgery on Quality of Life in Hidradenitis Suppurativa: Results from a Prospective Single-Center Study. Life. 2025;15:769.  
  2. Zouboulis CC, Bechara FG, Benhadou F et al. European S2k guidelines for hidradenitis suppurativa/acne inversa part 2: Treatment. J Eur Acad Dermatol Venereol. 2025;39:899–941.  
  3. Jemec GBE, Tzellos T, Ingram JR et al. European S2k guidelines for hidradenitis suppurativa/acne inversa Part 1: Epidemiology, diagnosis and clinical assessment. J Eur Acad Dermatol Venereol. 2026.

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