Ausbruch in der Kindheit: Atopische Dermatitis

PD Dr. med. Christina Schnopp

Die atopische Dermatitis (AD) ist die häufigste chronische Hauterkrankung im Kindesalter.

Ihr zugrunde liegt eine genetisch bedingte Hautbarrierestörung mit Immundysregulation und verminderter Diversität des Hautmikrobioms (Dysbiose). Zusätzlich beeinflussen äußere Faktoren wie Allergene oder Mikroorganismen sowie endogene Faktoren wie Zahnen, Infekte oder psychische Belastungen die pathologische Immunreaktion der Haut.  

Die atopische Dermatitis manifestiert sich in 85% vor dem 5. Lebensjahr, oft schon innerhalb der ersten Lebensmonate. So sind in Deutschland etwa 10% der Kleinkinder unter 2 Jahren betroffen, davon weniger als 15% mit hohem Schweregrad. Das führende subjektive Symptom ist der Juckreiz, der häufig zu einem gestörten Schlaf führt mit entsprechenden Auswirkungen auf die gesamte Familie. Eine sehr frühe Erstmanifestation, AD in der Familie sowie sowie ein hoher Schweregrad sind mit einer ungünstigen Prognose auch hinsichtlich der Entwicklung weiterer atopischer Erkrankungen verbunden.  Eine frühzeitige suffiziente Therapie könnte diese Entwicklung positiv beeinflussen, von daher sind Grundkenntnisse für den primärversorgenden Kinderarzt oder Hausarzt wichtig.

Die Therapie beruht auf der Stabilisierung der Hautbarrierfunktion durch Vermeidung von Irritanzien, regelmäßiger Basistherapie mit Emollienzien, einer ausreichenden antientzündlichen Therapie mit modernen topischen Glukokortikoiden und Calcineurininhibitoren sowie der Vermeidung von Triggerfaktoren. Aufgrund des schubweisen Verlaufs der Erkrankung ist eine gute Anleitung der Eltern notwendig, um auf Veränderungen des Hautzustands zu reagieren. Außerdem müssen altersbezogene Unterschiede in den Auslösefaktoren, aber auch hinsichtlich der Therapie beachtet werden.

 

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