Cutane Eruptionen: Akne und Rosazea
Prof. Dr. med. Martin Schaller
Akne und Rosazea sind häufige chronisch-entzündliche Hauterkrankungen, die vor allem das Gesicht betreffen und sowohl medizinische als auch psychosoziale Auswirkungen haben können. Akne ist eine Erkrankung der Talgdrüsen und Haarfollikel, die hauptsächlich in der Pubertät auftritt. Sie entsteht durch eine Kombination aus erhöhter Talgproduktion, Verhornungsstörungen der Follikel, bakterieller Besiedlung – insbesondere durch Cutibacterium acnes – sowie entzündlichen Reaktionen. Klinisch zeigt sich Akne durch Komedonen (Mitesser), Papeln, Pusteln und in schweren Fällen durch Knoten oder Narben.
Im Gegensatz dazu ist Rosazea eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die meist bei Erwachsenen mittleren Alters auftritt. Sie ist durch anhaltende Gesichtsrötungen (Erytheme), sichtbare erweiterte Blutgefäße (Teleangiektasien), Papeln und Pusteln gekennzeichnet. Die genaue Ursache der Rosazea ist nicht vollständig geklärt, jedoch spielen genetische Faktoren, Störungen des Immunsystems, Gefäßreaktionen sowie Umweltfaktoren wie UV-Strahlung, Alkohol oder scharfe Speisen eine Rolle.
Obwohl beide Erkrankungen ähnliche Hautveränderungen aufweisen können, unterscheiden sie sich deutlich in ihrer Pathophysiologie, ihrem typischen Erkrankungsalter und ihren Auslösern. Eine frühzeitige Diagnose und individuell angepasste Therapie – beispielsweise mit topischen oder systemischen Medikamenten sowie Hautpflege- und Lebensstilmaßnahmen – sind entscheidend, um Symptome zu kontrollieren und Komplikationen zu vermeiden.