Dexpanthenol-haltige Wund- und Heilsalbe auf der Neonatal-Intensivstation: Häufigste Wahl bei vulnerabler Frühgeborenen-Haut

Babyhand klammert den Daumen einer Hand
iStock / Diego Cerro Jimenez

Die Haut Frühgeborener ist kein verkleinertes Abbild reifer Haut – sie ist ein funktionell unreifes Organ mit erheblichem Schutzdefizit. Gerade sehr untergewichtige Frühgeborene (Very Low Birth Weight Infants, VLBWI; Geburtsgewicht <1.500 g) tragen ein hohes Risiko für Hautschäden, Infektionen und Barrierestörungen. Gleichzeitig fehlen in Deutschland evidenzbasierte Leitlinien für die Hautpflege dieser Patientengruppe. (1) Eine aktuelle deutsche Querschnittserhebung unter Neonatal-Intensivstationen (NICUs) zeigt nun, welche Topika in der klinischen Praxis tatsächlich eingesetzt werden – mit einem klaren Ergebnis: Eine Dexpanthenol-haltige Salbe gehören zu den am häufigsten verwendeten Produkten. (1)

Vulnerable Haut unter intensiv-medizinischen Bedingungen

Die Haut von Frühgeborenen unterscheidet sich strukturell deutlich von der Haut reifer Neugeborener. Die Epidermis ist dünner, das Stratum corneum noch unvollständig ausgebildet und die Barrierefunktion eingeschränkt, wodurch die Haut anfälliger für Irritationen und Infektionen wird. (1,2)

Zusätzlich belasten intensivmedizinische Maßnahmen wie Monitoring-Elektroden, Klebeverbände oder invasive Zugänge die ohnehin fragile Haut. Adhäsivbedingte Hautverletzungen gelten inzwischen als relevantes Problem in der Versorgung äußerst unreifer Frühgeborener. In einer internationalen Erhebung unter mehr als 800 Neonatal-Intensivstationen zählten adhäsivbedingte Hautverletzungen zu den häufigsten Hautschäden bei äußerst Frühgeborenen unter 28 Schwangerschaftswochen. (1)

Große Unterschiede in der klinischen Praxis

Für die aktuelle Querschnittserhebung wurden 48 deutsche NICUs sowie weitere europäische Zentren zu ihren Hautpflegepraktiken befragt. Dabei zeigte sich eine erhebliche Variabilität zwischen den Einrichtungen: Nur 16,7 % der deutschen Zentren verfügten über standardisierte Hautpflegeprotokolle, und lediglich 14,6 % nutzten strukturierte Haut-Risiko-Assessments. (1)

Auch beim Einsatz von Topika bestand keine einheitliche Vorgehensweise: Rund 40 % der Zentren gaben an, grundsätzlich keine routinemäßigen Topika einzusetzen. Unter den Einrichtungen, die Produkte verwendeten, war eine Dexpanthenol-haltige Salbe (Bepanthen® Wund- und Heilsalbe) das am häufigsten eingesetzte Präparat. Sie wurde von 62,1 % dieser Zentren verwendet. (1) Als größte Herausforderungen benannten die befragten Neonatolog:innen die hohe Hautvulnerabilität (87,5 %), Probleme mit Klebebändern (72,9 %) sowie Infektionsrisiken (64,5 %). (1)

Barriereschutz bei unreifer Frühgeborenen-Haut

Die hohe Vulnerabilität unreifer Frühgeborenen-Haut stellt hohe Anforderungen an die topische Hautpflege. Dexpanthenol wird in diesem Kontext seit vielen Jahren in der dermatologischen Hautpflege und Wundversorgung eingesetzt. Experimentelle und klinische Untersuchungen weisen darauf hin, dass der Wirkstoff regenerative Prozesse der Haut unterstützen und zur Stabilisierung der Hautbarriere beitragen kann. (3)

Hinweise auf barrierestabilisierende Effekte zeigen sich unter anderem in Untersuchungen an humanen 3D-Hautmodellen. Dort war eine Dexpanthenol-haltige Nachbehandlung mit einer schnelleren Rückbildung von Hautschäden sowie einer Aktivierung regenerationsrelevanter Prozesse assoziiert. (3)

Bedarf an evidenzbasierten Standards

Die Ergebnisse der aktuellen Umfrage verdeutlichen die große Heterogenität der Hautroutinepraxis in deutschen NICUs. Gleichzeitig unterstreichen sie den hohen Stellenwert barrierestabilisierender und regenerationsfördernder Konzepte in der Versorgung sehr kleiner Frühgeborener.

Die Autor:innen sehen daher einen deutlichen Bedarf an standardisierten, evidenzbasierten Empfehlungen für die Hautpflege von VLBWI. Bis dahin bleibt der Einsatz klinisch etablierter Wirkstoffe mit guter Verträglichkeit ein wichtiger Bestandteil der neonatologischen Praxis. (1)

FAQ: Häufige Fragen

Welches Hautpflegeprodukt wird am häufigsten auf deutschen Neonatal-Intensivstationen eingesetzt?

Laut einer aktuellen deutschen Querschnittserhebung unter 48 NICUs ist Bepanthen® Wund- und Heilsalbe (Dexpanthenol-haltig) das am häufigsten verwendete topische Produkt. Unter den Einrichtungen, die routinemäßig Topika einsetzen, nutzten 62,1 % dieses Präparat.

Warum ist die Haut von Frühgeborenen besonders schutzbedürftig?

Die Haut sehr frühgeborener Kinder (VLBWI, Geburtsgewicht < 1.500 g) ist funktionell unreif: Die Epidermis ist dünner, das Stratum corneum noch nicht vollständig ausgebildet und die Hautbarriere eingeschränkt. Dadurch sind Frühgeborene deutlich anfälliger für Irritationen, Infektionen und adhäsivbedingte Hautverletzungen durch intensivmedizinische Maßnahmen.

Was ist Dexpanthenol und wie wirkt es auf die Haut?

Dexpanthenol ist ein Provitamin (Vorstufe von Pantothensäure/Vitamin B5), das nach Aufnahme in die Haut in Pantothensäure umgewandelt wird. Klinische und experimentelle Untersuchungen – unter anderem an humanen 3D-Hautmodellen – zeigen, dass Dexpanthenol regenerative Hautprozesse unterstützen und zur Stabilisierung der Hautbarriere beitragen kann.

Gibt es in Deutschland Leitlinien für die Hautpflege auf der Neonatal-Intensivstation?

Nein. Die aktuelle Querschnittserhebung bestätigt, dass evidenzbasierte, standardisierte Leitlinien zur Hautpflege von VLBWI in Deutschland fehlen. Nur 16,7 % der befragten deutschen Zentren verfügten über standardisierte Hautpflegeprotokolle; lediglich 14,6 % setzten strukturierte Hautrisiko-Assessments ein. Die Studienautoren fordern daher dringend entsprechende Empfehlungen.

Dieser Text enthält KI-generierte Inhalte. Sämtliche Inhalte wurden fachlich geprüft und bei Bedarf überarbeitet.

Quellen:

  1. Marissen J, Thoma R, Härtel C. Current skin care practices in very low birth weight infants in German Neonatal Intensive Care Units – results from a cross-sectional survey. Mol Cell Pediatr. 2026;13:23. doi:10.1186/s40348-026-00237-0.
  2. Marissen J, Gomez de Agüero M, Chandorkar P et al. The Delicate Skin of Preterm Infants: Barrier Function, Immune-Microbiome Interaction, and Clinical Implications. Neonatology. 2023;120:295–307.
  3. Gorski J, Proksch E, Baron JM et al. Dexpanthenol in Wound Healing after Medical and Cosmetic Interventions (Postprocedure Wound Healing). Pharmaceuticals (Basel). 2020;13(7):138.
  4. Kusari A, Han AM, Virgen CA et al. Evidence-based skin care in preterm infants. Pediatr Dermatol. 2019;36:16–23.

Pflichttext:

Bepanthen® Antiseptische Wundcreme, Bepanthen® Augen- und Nasensalbe, Bepanthen® Lösung, Bepanthen® Wund- und Heilsalbe
Wirkstoff: Dexpanthenol (bei Bepanthen® Antiseptische Wundcreme zusätzlich: Chlorhexidinbis (D-gluconat))
Anwendungsgebiete:
Bepanthen® Antiseptische Wundcreme: Zur antiseptischen Behandlung von oberflächlichen Wunden; Schürf-, Riss-, Platz- und Kratzwunden.
Bepanthen® Augen- und Nasensalbe: Zur Unterstützung der Heilung bei oberflächlichen leichten Hautschädigungen an der Hornhaut, Bindehaut bzw. Nasenschleimhaut.
Bepanthen® Lösung: Zur Unterstützung der Heilung bei oberflächlichen leichten Hautschädigungen sowie der Mundschleimhaut.
Bepanthen® Wund- und Heilsalbe: Zur Unterstützung der Heilung bei oberflächlichen leichten Haut- und Schleimhautschädigungen.
Hinweise:
Bepanthen® Antiseptische Wundcreme: Nicht am Auge oder in unmittelbarer Augennähe, auf Schleimhäuten (inklusive Nasenschleimhäute), in der Nasenhöhle, im Gehörgang und im bzw. am Ohr anwenden. Enthält Cetylstearylalkohol. Packungsbeilage beachten!
Bepanthen® Augen- und Nasensalbe: Enthält Wollwachs. Packungsbeilage beachten!
Bepanthen® Lösung: Enthält Natriumbenzoat, Methyl(4-hydroxybenzoat), Propyl(4-hydroxybenzoat). Bitte Packungsbeilage beachten!
Bepanthen® Wund-und Heilsalbe: Enthält Wollwachs, Stearylalkohol und Cetylalkohol. Packungsbeilage beachten!
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.
Bayer Vital GmbH, 51368 Leverkusen, Deutschland, Stand: 05/2024

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Bepanthe® ANTISEPTISCHE WUNDCREME

Wirkstoffe: Dexpanthenol und Chlorhexidinbis(D-gluconat)

Bepanthen® AUGEN- UND NASENSALBE, Bepanthen® LÖSUNG, Bepanthen® WUND- UND HEILSALBE

Wirkstoff: Dexpanthenol

Zusammensetzung:

Bepanthen® ANTISEPTISCHE WUNDCREME:

1g Creme enthält als Wirkstoffe: 5 mg Chlorhexidinbis (D-gluconat), 50 mg Dexpanthenol. Sonstige Bestandteile: Macrogolstearat 1500; Glycerolmonostearat 40-55; Cetomacrogol 1000; Dickflüssiges Paraffin; Cetylstearylalkohol (Ph. Eur.); Dimeticon 1000; Glycerol 85%; Hartparaffin; Hyetellose; Gereinigtes Wasser.

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1 g Salbe enthält als Wirkstoff: 50 mg Dexpanthenol. Sonstige Bestandteile: rac-(3R)-3-Hydroxy-4,4-dimethyloxolan-2-on; Wollwachs; Dickflüssiges Paraffin; Weißes Vaselin; Gereinigtes Wasser.

Die Bepanthen® Augen- und Nasensalbe enthält keine Konservierungs-, Farb- oder Duftstoffe.

Bepanthen® LÖSUNG:

1 ml Lösung enthält als Wirkstoff: 50 mg Dexpanthenol. Sonstige Bestandteile: Natriumbenzoat; Methyl(4-hydroxybenzoat); Propyl(4-hydroxybenzoat); (3R)-3-Hydroxy-4,4-dimethyloxolan-2-on; Gereinigtes Wasser.

Bepanthen® Wund- und Heilsalbe:

1 g Salbe enthält als Wirkstoff: 50 mg Dexpanthenol. Sonstige Bestandteile: Gebleichtes Wachs; Dickflüssiges Paraffin; Dünnflüssiges Paraffin-Weißes Vaselin-Ceresin-Glycerolmonooleate (veg.)-Wollwachsalkohole-Gemisch (Protegin X); Gereinigtes Wasser; Cetylalkohol (Ph.Eur.); Mandelöl; Stearylalkohol (Ph.Eur.); Weißes Vaselin; Wollwachs.

Anwendungsgebiete:

Bepanthen® ANTISEPTISCHE WUNDCREME:

Zur antiseptischen Behandlung von oberflächlichen Wunden; Schürf-, Riss-, Platz- und Kratzwunden.

Bepanthen® Augen- und Nasensalbe:

Zur Unterstützung der Heilung bei oberflächlichen leichten Hautschädigungen an der Hornhaut, Bindehaut bzw. Nasenschleimhaut.

Bepanthen® LÖSUNG:

Zur Unterstützung der Heilung von Haut- und Schleimhautläsionen verschiedener Ätiologie.

Bepanthen® Wund- und Heilsalbe:

Zur Unterstützung der Heilung bei oberflächlichen leichten Haut- und Schleimhautschädigungen.

 

Gegenanzeigen:

Bepanthen® ANTISEPTISCHE WUNDCREME darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen Chlorhexidin, Dexpanthenol oder einen der sonstigen Bestandteile.

Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden bei tiefen oder sezernierenden Wunden, Ulcus cruris und unter Verwendung eines Okklusivverbandes.

Kontakt mit Auge, Ohr und Schleimhaut ist zu vermeiden.

Bepanthen® Augen- und Nasensalbe; Bepanthen® Lösung; Bepanthen® Wund- und Heilsalbe darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen Dexpanthenol oder einen der sonstigen Bestandteile.

Für Bepanthen® LÖSUNG zusätzlich:

Überempfindlichkeit gegen Methyl-4-hydroxybenzoat oder Propyl-4-hydroxybenzoat.

Nebenwirkungen:

Bepanthen® ANTISEPTISCHE WUNDCREME; Bepanthen® Augen- und Nasensalbe; Bepanthen® LÖSUNG; Bepanthen® Wund- und Heilsalbe:

Erkrankungen des Immunsystems und Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Allergischen Hautreaktionen wie z.B. Kontaktdermatitis, allergische Dermatitis, Juckreiz, Rötung, Ekzem, Ausschlag, Nesselsucht, Hautreizung und Bläschen.

Für Bepanthen® ANTISEPTISCHE WUNDCREME zusätzlich:

Erkrankungen des Immunsystems und Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Überempfindlichkeit, anaphylaktische Reaktion und anaphylaktischer Schock (potentiell lebensbedrohlich) mit entsprechenden Manifestationen bzgl. Labor und Klinik einschließlich Asthma Syndrom, leichte bis mittelschwere Reaktionen, die potentiell Haut, Atemwege, Magen-Darm-Trakt und Herz-Kreislauf-System beeinflussen, einschließlich Symptomen wie z.B. Ausschlag, Nesselsucht, Ödeme, Juckreiz, Herz- und Atembeschwerden.

Für Bepanthen® LÖSUNG zusätzlich:

Methyl-4-hydroxybenzoat und Propyl-4-hydroxybenzoat können Überempfindlichkeitsreaktionen, auch Spätreaktionen, hervorrufen.

Auswirkungen auf Kraftfahrer und die Bedienung von Maschinen:

Bepanthen® Augen- und Nasensalbe: Bei Anwendung am Auge ist kurzfristig eine leichte Sehbeeinträchtigung möglich.

Hinweise:

Bepanthen® ANTISEPTISCHE WUNDCREME:

Enthält Cetylstearylalkohol. Bitte Packungsbeilage beachten. Kontakt mit Auge, Ohr und Schleimhaut ist zu vermeiden.

Bepanthen® Augen- und Nasensalbe:

Enthält Wollwachs. Bitte Packungsbeilage beachten.

Bepanthen® LÖSUNG:

Enthält Natriumbenzoat, Methyl(4-hydroxybenzoat), Propyl(4-hydroxybenzoat). Bitte Packungsbeilage beachten. Kontakt mit den Augen vermeiden.

Bepanthen® Wund- und Heilsalbe:

Enthält Wollwachs, Stearylalkohol und Cetylalkohol. Packungsbeilage beachten. Kontakt mit den Augen vermeiden.

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Stand: 03/2024

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