Persistierende oder schwere atopische Dermatitis erhöht das Asthma-Risiko

Verschiedene Phänotypen der atopischen Dermatitis (AD) bergen ein hohes Risiko für eine spätere Entwicklung von Asthma. Angesichts der immensen Belastung durch Asthma ist es von hoher Wichtigkeit, die Risikofaktoren für Asthma zu verstehen.

Li et al. führten eine Metaanalyse durch, um die Risiken für die Entwicklung von Asthma bei verschiedenen Phänotypen der atopischen Dermatitis zu untersuchen.

Die Experten kamen zu dem Resultat, dass sich die verschiedenen Phänotypen der atopischen Dermatitis in ihrem Risiko für eine spätere Entwicklung von Asthma unterscheiden. Insbesondere Patienten mit persistierender oder schwerer atopischer Dermatitis haben ein höheres Risiko, Asthma zu entwickeln. Die Wissenschaftler durchsuchten 3 medizinische Datenbanken (PubMed, Embase und Web of Science) nach Studien, die bis zum 20. Juli 2021 veröffentlicht wurden.

Die Forscher kombinierten Suchbegriffe, die AD (z. B. atopische Dermatitis, atopisches Ekzem, Säuglingsekzem), Asthmafolgen (z. B. Asthma, persistierendes Keuchen, bronchiale Hyperreaktivität) und Kohortenstudien (z. B. Längsschnittstudien, Kohortenstudien, prospektive Studien, Follow-up-Studien) zum Thema hatten. Die Experten nutzten Studien für die vorliegende Metaanalyse, wenn diese als prospektive Kohortenstudien angelegt waren und eine Schätzung des Risikos für späteres Asthma bei Patienten mit AD enthielten. Die Suchergebnisse wurden unabhängig voneinander von zwei Autoren daraufhin überprüft, ob sie die Auswahlkriterien erfüllten. Zwei weitere Autoren verwendeten unabhängig voneinander standardisierte Protokolle, um zahlreiche Daten für die Auswertung aus den Studien zu extrahieren. Neben dem Risiko für Asthma in der Gesamtpopulation der AD analysierten die Forscher die Risikowerte für:

  1. eine früh einsetzende und spät einsetzende AD,
  2. eine persistierende und vorübergehende AD,
  3. eine AD unterschiedlicher Schweregrade und
  4. Patienten mit AD nach Geschlecht.

Die Forscher wählten insgesamt 39 Publikationen mit Daten zu 458.810 Teilnehmern für die Analyse aus. Die Qualität bewerteten die Experten anhand von Newcastle-Ottawa-Scores. 19 Publikationen erhielten eine hohe Qualität, 20 eine mittlere Qualität und keine Studie war von geringer Qualität. Die Meta-Analyse aller Teilnehmer ergab, dass Patienten mit AD ein 2,16-fach erhöhtes Risiko haben, Asthma zu entwickeln. Insbesondere Kinder mit persistierender AD wiesen im Vergleich zu Kindern mit vorübergehender AD ein sehr hohes, 3,36-fach erhöhtes Risiko für Asthma auf. Auch die Schwere der AD wirkte sich signifikant auf das Asthma-Risiko aus; Kinder mit schwerer AD erkrankten 2,4-mal häufiger an Asthma als Kinder mit leichter oder mittelschwerer AD. Die Analyse zeigte den Trend, dass das Risiko für eine Asthmaerkrankung bei Jungen im Vergleich zu Mädchen mit AD etwas höher war, dieser Unterschied war jedoch statistisch nicht signifikant.

Fazit

Personen mit einer atopischen Dermatitis (AD), insbesondere mit einer persistierenden oder schweren Form, erkranken mit höherer Wahrscheinlichkeit auch an Asthma. Dieses Ergebnis unterstreicht laut den Experten, wie wichtig es ist, den atopischen Verlauf bei der Bewertung des Asthmarisikos einzubeziehen, und zeigt, dass es Zielgruppen für die Asthmaprävention gibt. Weitere detaillierte Arbeiten zur Bewertung der Kausalität seien jedoch erforderlich, so die Autoren.

Quelle:

Maddalena Angela Di Lellis, Akt Dermatol 2022; 48: Seite: 190, DOI: 10.1055/a-1799-7251 | © 2022. Thieme.

Literatur:

Li H et al. J Am Acad Dermatol 2022;86:365-372

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