Warum aktinische Keratosen behandelt werden sollten

Etwa 1,7 Millionen Menschen werden in Deutschland auf Grund aktinischer Keratosen aktuell dermatologisch behandelt, so die aktuelle S3-Leitlinie „Aktinische Keratosen und Plattenepithelkarzinom“. Schätzungen zufolge soll sich die bereits steigende Inzidenz von nicht-melanozytärem Hautkrebs bis zum Jahr 2030 im Vergleich zum Jahr 2016 sogar verdoppeln (1).

Aktinische Keratosen stellen einen Indikator für den kumulativen UV-Schaden der Haut dar. Lange Zeit wurde ein sequenzieller Übergang der aktinischen Keratose in ein Plattenepithelkarzinom analog zu anderen intraepithelialen Neoplasien (z.B. CIN, VIN, PIN) angenommen. Dieser Überlegung liegt eine vollständige Durchsetzung der Epidermis mit atypischen Keratinozyten als Grundlage für ein Plattenepithelkarzinom zu Grunde. Allerdings ist dieser sequenzielle Übergang mittlerweile umstritten, da bereits atypische Keratinozyten, die lediglich auf die basale Epidermisschicht begrenzt sind, der Ursprung für invasive Plattenepithelkarzinome sein können (2).

Wie hoch die Progressionsrate von einer aktinischen Keratose in ein Plattenepithelkarzinom letztendlich ist und welche weiteren Faktoren dafür eine Rolle spielen ist noch nicht abschließend geklärt. Aber de facto entsteht die Mehrheit der Plattenepithelkarzinome auf dem Boden aktinischer Keratosen. Ebenso werden variierende Angaben bezüglich der Spontanheilungsrate von aktinischen Keratosen angegeben.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass die reine visuelle Einschätzung des Schweregrades einer aktinischen Keratose nicht verlässlich ist. Einzig die Dicke des Oberflächenepithels kann visuell eingeschätzt werden, nicht jedoch der Grad der Atypie innerhalb des Epithels und die potenzielle Invasivität der Läsion. Daher sollte jede therapierefraktäre aktinische Keratose oder rezidivierende aktinische Keratose klinisch eng beobachtet werden und zeitnah biopsiert werden. Als Indikator für den kumulativen UV-Schaden der Haut sollten insbesondere multiple aktinische Keratosen dazu führen, dass Patient*innen dazu motiviert werden regelmäßig an Vorsorgeuntersuchungen teilzunehmen, um ein potenziell auftretendes Plattenepithelkarzinom frühzeitig zu erkennen.

Literatur:

1 Leiter U et al.J Invest Dermatol. 2017 Sep;137(9):1860-1867. doi: 10.1016/j.jid.2017.04.020.

2 Fernandez-Figueras MT et al. J Eur Acad Dermatol Venereol 2015 May;29(5):991-7. doi: 10.1111/jdv.12848.

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