Sport, Hautbarriere und Klimawandel: Wie Bewegung schützt – und wo Risiken entstehen
Der Vortrag von Swen Malte John beleuchtet das Zusammenspiel von sportbedingten Hautbelastungen, entzündlichen Dermatosen und klimabedingten Risiken. Im Fokus stehen Mikroverletzungen als Eintrittspforten, der präventive Wert körperlicher Aktivität und die wachsende Bedeutung UV-assoziierter Hautschäden im Kontext des Klimawandels.
Wie entstehen sportbedingte Mikroläsionen – und warum fördern sie Infektionen?
Sportbedingte Reibung, Druck und Feuchtigkeit führen häufig zu Mikroverletzungen, etwa an Nägeln, Zehenzwischenräumen oder Brustwarzen. Diese kleinen Hautschäden dienen als Eintrittspforte für Dermatophyten und Bakterien, was die hohe Prävalenz von Tinea pedis bei Marathonläufer*innen und Profisportler*innen erklärt. John erläutert, dass auch das sich verändernde Erregerspektrum – mit zunehmend nachgewiesenen Arten, die ursprünglich aus anderen Klimaregionen bekannt waren – die Relevanz der Barrierepflege unterstreicht. Ein konsequenter Hautschutz mit sorgfältiger Trocknung, geeigneter Kleidung und passendem Schuhwerk ist daher zentral, um Infektionen vorzubeugen.
Welche Rolle spielt Sport bei Psoriasis und atopischer Dermatitis?
Aktuelle Daten zeigen, dass sportlich aktive junge Menschen seltener Psoriasis entwickeln als inaktive Vergleichsgruppen. Adipositas – ein zentraler Risikofaktor und häufiger Komorbiditäts-Treiber – wird durch Bewegung reduziert, ebenso wie inflammasome-getriggerte Entzündungsmechanismen. Auch starke Gewichtsreduktion – etwa durch bariatrische Eingriffe oder GLP-1-Rezeptoragonisten – zeigt positive Effekte.
Für Patient*innen mit atopischer Dermatitis bleibt Sport grundsätzlich empfohlen, erfordert jedoch eine sorgfältige Barrierepflege, um Irritationen durch Schwitzen und Reibung zu vermeiden.
Kongressvideo Spektrum Hautgesundheit 2025
Sie möchten sich selbst einen Eindruck von Herrn Prof. Johns Vortrag machen? Dann schauen Sie sich doch gerne hier die Videos an. Wir haben für Sie die wichtigsten Kernaussagen zusammengestellt:
Warum ist Hautpflege für Sportler*innen ein zentraler Therapiebaustein?
John betont, dass eine konsequente, stadiengerechte Hautpflege vor und nach dem Sport essenziell ist. Bei empfindlicher oder erkrankter Haut dient sie nicht nur dem Schutz vor Reibung und Feuchtigkeit, sondern übernimmt eine therapeutische Rolle – etwa bei Psoriasis, atopischer Dermatitis oder irritativen Dermatosen. Rückfettende, barriereunterstützende Pflegepräparate helfen, Mikroverletzungen zu vermeiden, die Hornschicht zu stabilisieren und entzündliche Prozesse zu kontrollieren. Damit wird Pflege zu einem zentralen Bestandteil sportdermatologischer Prävention und Therapie.
Welche klimabedingten Risiken betreffen sportlich aktive Menschen?
Steigende UV-Belastung und häufigere Extremwetterlagen erhöhen die Beanspruchung von Haut und Immunsystem. John verweist auf UV-induzierte Hautschäden, Photodermatosen und Hautkrebs als potenzielle Folgen von UV-Strahlung beim Sport. Unter Extrembedingungen komme es zu einer Zunahme von Ekzemen und hitzeassoziierten Dermatosen; „mehr Extreme, mehr Ekzeme“ beschreibt diesen Zusammenhang prägnant. Vor diesem Hintergrund empfiehlt er, Trainingszeiten am UV-Index auszurichten, textile Schutzmaßnahmen einzusetzen und nur unbedeckte Areale zusätzlich mit topischem Lichtschutz zu versorgen.
Fazit
Sport bietet klare dermatologische Vorteile, birgt jedoch auch Risiken durch Mikrotraumen, Infektionen und UV-Belastung. Im Kontext des Klimawandels gewinnen Prävention, Barrierepflege und Lichtschutz weiter an Bedeutung. John zeigt auf, wie sportliche Aktivität, Hautgesundheit und Umweltfaktoren miteinander verflochten sind und welche Maßnahmen eine sichere und hautfreundliche Sportausübung ermöglichen.
Redaktion: Dr. Christian Kretzschmer, Gelbe Liste Online