Klimawandel und Gesundheit: Warum „KLUG“ medizinische Verantwortung neu denkt
Matthias Albrecht betont, wie eng Klimaschutz und Gesundheit verknüpft sind. Er erläutert die Arbeit von KLUG und zeigt, dass Gesundheitsberufe durch praktische Maßnahmen und vernetzte Zusammenarbeit aktiv zu einer klimaresilienten Versorgung beitragen können.
Was ist KLUG – und warum braucht es diese Allianz?
Albrecht stellt die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) vor – einen 2017 gegründeten Verbund mit inzwischen über 1000 Mitgliedern, darunter viele Einrichtungen des Gesundheitswesens. Sein Kernanliegen ist eindeutig: Gesundheitsschutz ist Klimaschutz. Beide Bereiche sind untrennbar, da die Klimakrise bereits heute Erkrankungsrisiken, Versorgungsabläufe und die Belastbarkeit von Patient:innen beeinflusst.
KLUG versteht sich daher als Plattform, die medizinisches Wissen, praktische Ansätze und gesellschaftliches Engagement zusammenführt. Ziel sei es, Gesundheitsberufe zu befähigen, aktiv zu handeln – im eigenen Alltag und in ihren jeweiligen Einrichtungen.
Wie kann sich das Gesundheitswesen klimaresilient aufstellen?
Albrecht betont, dass Klimaschutz und Anpassungsstrategien längst keine Zukunftsthemen mehr sind, sondern Aufgaben der Gegenwart. Ein zentraler Baustein ist das Netzwerk „KliMeG“ – ein Zusammenschluss klimaresilienter Kliniken und Gesundheitseinrichtungen, dem bereits mehr als 400 Häuser bundesweit angehören.
Dort werden Best-Practice-Beispiele systematisch geteilt:
- Wie lässt sich Mobilität klimafreundlicher organisieren?
- Welche Rolle spielt Ernährung?
- Welche Produkte können Emissionen reduzieren?
- Wie gelingt nachhaltiges Abfallmanagement?
Die Bandbreite sei groß, die Lösungen oft unmittelbar umsetzbar – und der Austausch darüber entscheidend.
Albrecht macht deutlich, dass die Klimaanpassung des Gesundheitswesens nicht von außen verordnet werden könne: Jede Einrichtung und jede Berufsgruppe könne selbst aktiv werden – täglich, im eigenen Wirkungsbereich.
Kongressvideo Spektrum Hautgesundheit 2025
Dr. Matthias Albrecht hat auf dem Spektrum Hautgesundheitskongress 2025 die Diskussionsrunden zu den Themen moderiert:
Wie kann man KLUG unterstützen oder Teil des Netzwerks werden?
KLUG steht offen für alle Berufsgruppen im Gesundheitsbereich. Mitgliedschaft, aktive Mitarbeit und Spenden seien möglich, ebenso die Nutzung umfangreicher Materialien, die KLUG bereitstellt – von Informationsangeboten bis zu praxisnahen Handlungshilfen. Auch Kliniken können sich dem Netzwerk anschließen und dort gemeinsam mit anderen Einrichtungen Transformationsprozesse voranbringen.
Für Albrecht ist entscheidend, dass Veränderung nicht allein auf politische Entscheidungen warten darf. Der Gesundheitssektor habe ein großes Eigenpotenzial, Risiken zu reduzieren, Ressourcen zu schonen und sich gleichzeitig robuster gegenüber klimabedingten Belastungen aufzustellen.
Fazit
Die Klimakrise ist längst in der medizinischen Realität angekommen – mit spürbaren Auswirkungen auf Patient:innen, Versorgungsstrukturen und klinische Abläufe. Die Initiativen von KLUG und KliMeG machen sichtbar, dass klimaresiliente Medizin kein fernes Leitbild ist, sondern ein fortlaufender gemeinsamer Entwicklungsprozess: Gesundheitsberufe lernen voneinander, passen Routinen an und setzen Veränderungen im Alltag um. Für Albrecht liegt genau darin die Stärke des Systems: Ärzt:innen und Pflegekräfte können Risiken früh erkennen, Wissen vermitteln und konkrete Schritte einleiten – oft klein, aber im Ergebnis von großer Wirkung.
Redaktion: Dr. Christian Kretzschmer, Gelbe Liste Online